Roter Turm

Roter Turm heute Chemnitz als Festung um 1750 Roter Turm aus Wieck, Sachsen in Bildern 1841-42 Roter Turm um 1910 aus Richtung Herrengasse Rote Turm aus Sicht der Theaterstraße Roter Turm mit ehemaliger Touristinformation Sept.96 Fitflasche Roter Turm - Fewaflasche

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Automobiler Aufbruch

Versetzen wir uns zurück in die Zeit der Goldenen Zwanziger Jahre: Zu Beginn des Jahrzehnts, Anfang 1920, hat Chemnitz gut 310.000 Einwohner. Zehn Jahre später sind es 50.000 mehr. Die Stadt boomte – und mit ihr der Verkehr. Das Zentrum platzte aus allen Nähten und der Kaßberg war seit einigen Jahrzehnten zum Wohnort der bürgerlichen Oberschicht geworden. Und die strebte mehr und mehr zum eigenen Automobil, Parkraum indes war knapp. Kein Wunder also, dass sich die sichere Unterbringung von Fahrzeugen zum Geschäftsmodell entwickelte…

Gegen die Parkplatznot

Einige Großgaragen entstanden in Chemnitz – unter anderem an der Hauptfeuerwache und an der Annaberger Straße. 1928 ließ dann Bau- und Fuhrunternehmer Ernst Wiesel durch das Architekturbüro Luderer & Schröder unter Mithilfe des Regierungsbaumeisters Hans Schindler eine sechsstöckige Parkgarage in der damaligen Nikolaivorstadt an der Zwickauer Straße 77 errichten – eine der ersten ihrer Art in Deutschland, der „Stern-Garagenhof“. Stahlbeton bildete das Skelett und die Geschossdecken, Mauerwerk die Wände – ein Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit. Drei große Automobil-Aufzüge brachten die Fahrzeuge in die oberen Etagen. Von bis zu 400 Unterstellmöglichkeiten für Autos und Zweiräder sprechen die Quellen – überwiegend einzelne Boxen, die zum Teil mit Rolltoren aus Metall verschlossen werden konnten.

Service rund ums Auto

Doch zum Stern-Garagenhof gehörte auch ein umfangreiches Service-Angebot: Eine Tankstelle mit sechs Zapfsäulen beispielsweise, die 24 Stunden geöffnet war. Eine Reparaturanstalt im sechsten Geschoss. Wagenwaschräume mit kaltem und warmem Wasser in jeder Etage. Waschräume und Duschen für die Wagenführer. Zimmer für die Chauffeure. Und schließlich auch ein Ersatzteilfachgeschäft, ein Batterieservice, eine Vulkanisierwerkstatt für die Reifen und Spritzpistolen für die sofortige Behebung von Lackschäden. Ein Hotel und ein Casino ergänzten die Angebots-Palette für Autofahrer. Allein das Serviceunternehmen der Stern-Garagen beschäftigte 30 Angestellte. Bis 1945 wurden die Stern-Garagen zu ihrem ursprünglichen Zweck genutzt, auch den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude ohne größeren Schaden. Anschließend war hier der Fahrbereitschaftsdienst des Bezirks Karl-Marx-Stadt untergebracht, die oberen Geschosse dienten als Lagerfläche.

Sächsische Mobilitätsgeschichte

Seit November 2008 ist in den Stern-Garagen das von einem Verein betriebene Museum für sächsische Fahrzeuge beheimatet. Hunderte zwei-, drei-, vier- und noch-mehr-rädrige Fahrzeuge aus sächsischer Produktion haben hier ein historisch angemessenes Zuhause gefunden, darunter frühe Rollstühle aus Holz, das legendäre „Puppchen“ aus den Wanderer-Werken, das Diamant-Modell F als eines der schönsten und schnellsten sächsischen Motorräder der 1920er Jahre oder eine historische Feuerwehr. Themenwelten führen zur Rennsportgeschichte oder zur Wiederentdeckung von Oldtimern in verlassenen Scheunen und regelmäßige Sonderausstellungen widmen sich einzelnen, bekannteren und unbekannteren sächsischen Fahrzeugherstellern. Weitere Etagen werden von einem Möbelhaus genutzt – aus den Parkboxen sind Schauräume geworden.

Geschichtchen

In der Entstehungszeit der Stern-Garagen war zunächst geplant, die Zwickauer Straße auf die andere Seite des Gebäudes zu verlegen. Diese Planungen wurden jedoch nie realisiert. Deshalb findet sich die eigentlich repräsentativere Vorderseite der Stern-Garagen heute auf der von der Straße abgewandten Seite.

Historie

Der Rote Turm, der seinen Namen seinem Baumaterial – rotem Rochlitzer Porphyr – verdankt, ist das älteste Wahrzeichen der Stadt. Er wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und diente zunächst als Bergfried, um die umliegenden Siedlungen zu schützen. Später wurde der Turm u.a. als Sitz des Stadtvoigtes, als Verlies sowie als Teil der Chemnitzer Stadtbefestigung genutzt.

Chemnitzer Stadtmauer

Zum Schutz vor Überfällen der Böhmen Anfang des 13. Jahrhunderts Beginn der Anlage einer ummauerten Stadt. Die Stadtmauer wurde erstmalig 1264 erwähnt, sicherlich entstand sie schon eher. Die Chemnitzer Stadtbefestigung bestand aus:

  • einem doppelten Mauerring mit eingefügten Bastionen zur Verteidigung
  • der mit einem überdachten Umgang versehene Hauptmauer (Höhe 5,70 m und Dicke 1,50 m)
  • der Vor- und Zwingermauer (3,50 m hoch und ca. 85 cm stark)
  • einem die gesamte Stadt umschließenden breiten Wassergraben
  • insgesamt 25 Türmen
  • 4 Stadttoren für Fuß- und Fahrverkehr, 1 Pforte

Die umlaufende Stadtmauer umfaßte einen Durchmesser von ca. 500 m. Die alte Wallanlage zwischen Rotem Turm und Klostertor ist entsprechend des historischen Stadtgrundrisses wieder erlebbar gemacht worden, wie sie bis in die dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts existierte: Baumallee aus rotblühenden Kastanien.

Turmgeschichten

Der Rote Turm – vielleicht das bekannteste und älteste Chemnitzer Wahrzeichen – stand Pate für die Gestaltung einer Verpackung für das DDR-Spülmittel „fit“. Der Markenname fit wurde bereits 1955 eingetragen und das Produkt bis 1967 in Chemnitz hergestellt. Auch heute noch kann man in Supermärkten der Region den kleinen grünen Turm finden.

Turm in Zahlen

  • 8,93 m Seitenlänge, Turmhöhe bis Hauptsims 27 m
  • 19,91 m vom Sockel bis zum Kragengesims, Turmhaube 7,10 m hoch
  • Turmspitze mit Knauf und Wetterfahne 4,40 m
  • 5,04 m Grundmauerdicke, verjüngt sich bis zum 4. Stock auf 2,04 m