Villa Zimmermann

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Johann von Zimmermann, Begründer des Werkzeugmaschinenbaus in Deutschland, ließ von 1865 bis 1867 vom hannoverschen Architekten Otto Goetze die Villa errichten und nutzte diese als eigenen Wohnsitz bis 1884. Das Gebäude zählt zu den wertvollsten Baudenkmälern der neugotischen Wohnhausarchitektur des 19. Jahrhunderts in Sachsen.

Geschichtchen

Als in Deutschland die industrielle Revolution einsetzt, ist man in England schon ein paar Schritte weiter. Deshalb wird hier überlegt, sich vor mangelhafter Ware vom Kontinent zu schützen – mit der Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“. Doch Unternehmen wie die von Johann von Zimmermann gegründete Werkzeugmaschinenfabrik überzeugten mit ihrer Produktqualität: „Very good indeed“ soll der Juror Joseph Whitworth auf der Londoner Weltausstellung 1867 über Zimmermanns Maschinen gesagt haben. Und so wurde aus der Warnung „Made in Germany“ schnell ein bis heute bekanntes Gütesiegel.

Auf Wanderschaft nach Chemnitz

Es ist erneut die Geschichte eines Einwanderers (siehe Polizeidirektion / Janssen-Fabrik), die das industrielle Chemnitz bis heute prägt. Im ungarischen Pápa 1820 geboren, kam der gelernte Schlosser Johann Zimmermann mit nur 19 Jahren nach Chemnitz. Hier arbeitete er zunächst wie Richard Hartmann für Gottlieb Haubold, der Spinnmaschinen baute. Zimmermanns Geschäftsidee ging noch eine Stufe weiter: Wenn es immer mehr Maschinen braucht, die spinnen, könnte es sinnvoll sein, Maschinen zu bauen, die bei der Produktion von Spinnmaschinen helfen – so trat er 1844 in das Unternehmen „Tauscher & Co.“ ein, das Teile von Spinnmaschinen herstellte. Daraus entwickelte er ab 1848 – nun als alleiniger Inhaber – die erste Werkzeugmaschinenfabrik in Chemnitz. Und nicht nur in Chemnitz, sondern die erste in Kontinentaleuropa. Die Stadt wurde so zum wesentlichen Akteur der industriellen Revolution in Deutschland. Nicht zuletzt Zimmermanns Geschäftsidee verdankte sie ihren weiteren Aufschwung.

Vorreiter der technischen Revolution

In Gablenz gestartet, wuchs Zimmermanns Unternehmen rapide, mehrere Umzüge wurden notwendig: An der Rochlitzer Straße, dort, wo heute das Stadtbad steht, wuchs das Unternehmen schnell von 50 Mitarbeitern 1852 auf 800 Arbeitskräfte 1868. Sie waren auf den Bau von Drehmaschinen, Hobel-, Bohr-, Stoß- und holzverarbeitende Maschinen spezialisiert. Auf der Londoner Weltausstellung 1862 gewann Zimmermanns Unternehmen den großen Goldenen Preis – ein echtes Gütesiegel, errungen im Mutterland des Werkzeugmaschinenbaus. Auch 1867 aus Paris kehrte Zimmermanns Unternehmung mit Preisen von der Weltausstellung heim. 1871 wandelte der Unternehmer seine Firma zur Aktiengesellschaft um und wurde Generaldirektor der neuen „Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik AG“. Das Unternehmen wuchs weiter. 1878 zog sich Zimmermann völlig aus dem Geschäftsleben zurück, siedelte nach Berlin über, wo er 1901 starb. Sein Leichnam wurde nach Chemnitz überführt und auf dem Städtischen Friedhof an der Reichenhainer Straße beigesetzt.

Eine Villa für den Unternehmer

Von Zimmermanns geschäftlichem Erfolg zeugt bis heute die Villa Zimmermann. Zwischen 1865 und 1867 ließ Johann Zimmermann sie sich durch den Hannoveraner Architekten Otto Goetze errichten. Es ist eine der prächtigsten Unternehmervillen des neogotischen Stils in Sachsen – kleine Türmchen, eine prunkvoll ausgestaltete Fassade aus Elbsandstein und die Form der Fenster erinnern an die Gotik. In der zentralen Halle führt ein Treppenaufgang in die beiden Hauptgeschosse. Gekrönt wird sie von einer Bleiglaskuppel aus Dreiecksformen. Bis 1884 gehörte die Villa Johann Zimmermann, der inzwischen in Wien in den Adelsstand erhoben wurde. Einer der nachfolgenden Besitzer gestaltete einen Anbau und nutzte Villa wie Anbau als Hotel – keine schlechte Idee unweit des Bahnhofs. Die Bombardierungen von Chemnitz 1945 überstand die Villa weitestgehend unbeschadet, sodass hier zunächst die sowjetische Militäradministratur einzog. Doch schon bald wurde der Komplex wieder Hotel – bis 1990. Seitdem steht die prachtvolle Villa immer wieder leer. Nutzungen als Restaurant, Diskothek oder ähnliche Ideen waren nicht erfolgreich, trotz einer umfassenden Sanierung 2007/08.

Deutsch-deutsche Unternehmensgeschichte

Zimmermanns Unternehmen bestand noch Jahrzehte fort. Erst in der weltwirtschaftskrise kam es 1929 zum Zusammenbruch. Der Mehrheitseigentümer in dieser Zeit, der Industrielle Sonnenberg, fusionierte die Werkzeugmaschienenfabri mit einem weiteren seiner Unternehmen, der "Wotan-Werke AG". Das neu entstandene Unternehmen "Wotan- und Zimmermannwerke" hatte zunächst seinen Sitz in Düsseldorf, ab 1938 dann in Glucha, wo nun auch die wesentlichen Betriebstätten angesiedelt waren. 1940 wurde Sonnenberg enteignet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Glauchauer Anlagen als Reparationsleistungen in die Sowjetunion geschafft, doch der Werkzeugmaschienenbau lebte weiter- sowohl in Glauchau als auch im Westen Deutschlands. 1994 wurden Ost. wie Westbetriebe zur "Wotan und Zimmermann GmbH" wiedervereinigt, die mittlerweile unter "Werkzeugmaschinenfabrik Glauchau GmbH" firmiert.

Kontakt

Adresse: Carolastraße 9, 09111 Chemnitz

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